Nachhaltigkeit bringt uns unseren inneren Frieden zurück. Neben unserer Gesundheit fördern wir durch eine nachhaltige Lebensweise auch die unserer Mitmenschen. Technologien und Software unterstützen uns in der Hinsicht aktiv und haben noch großes Potential nach oben. Besonders Cleantech-Startups, bei uns Digital Climate Champion genannt, wollen einen gesellschaftlichen Mehrwert schaffen, indem sie sich die Nachhaltigkeit zu Herzen nehmen.

Die Zeit drängt schließlich auch. Das beweisen die Stickstoffdioxid-Grenzwerte, die laut der Süddeutschen 2017 bei einem Viertel aller Hauptstraßen in München überschritten wurden. Es ist nur eines von vielen Beispielen, aber es gibt inzwischen erwähnenswerte Digital Climate Champion, die alle einen Beitrag für die Nachhaltigkeit leisten. Wer steht also hinter den tollen Ideen und wo in München stecken diese? Da wir in die Szene vernarrt sind, bekommt Ihr hier eine Karte und relevante Einblicke wie auch News.

 

Lilium

Der elektrische Senkrechtstarter von Lilium Aviation ist wahre Zukunftsmusik. 8 Millionen Kilometer als insgesamte Lebensdauer und eine Reichweite von 300 km veranlassen die Gründer, das Flug-Taxi gar nicht an Privatleute verkaufen zu wollen. Es soll dem reinen Transport von Passagieren dienen, denn “man muss das Produkt teilen, sonst ergibt das keinen Sinn”, so Daniel Wiegand, Mitgründer und CEO.

Sie brauchen ihren eigenen Aussagen nach noch mehrere Jahre, bevor man sich in Großstädten die ersten Lilium-Jets per App für einen Flug bestellen kann. Aber mit dem letzten B-Funding in Höhe von 90 Millionen Dollar wird die Mobilität der Zukunft des Digital Climate Champion greifbarer. 

Nach digitalen Experten und Talenten suchen sie auch wie verrückt.

Das Video zeigt Euch, wie der erste Testflug vom Lilium Jet verlief:

 

tado

Nach einigen Herausforderungen im Jahr 2016, wie z.B. der anderthalbjährige Zertifizierungsprozess für Apples Homekit-Plattform, geht es jetzt bei dem Anbieter für intelligente Heizthermostate steil nach oben.

Beispielsweise die Übernahme von Nest Labs durch Google leistet einen Beitrag dabei. Apple führte in seinen Stores bis dahin Thermostate des amerikanischen Herstellers, jetzt sind es die von tado. Hinzu kommt die Steuerung durch Siri und Alexa, die bei der Temperaturregulierung digital assistieren.

Christoph Deillmann und seine Mitgründer fokussieren sich nun laut der Gründerszene mit der Stabilisierung des europäischen Marktes. Danach werden sie wahrscheinlich offensiv in die Märkte der USA und Asien eindringen.

 

Sono Motor

Für 16.000,00 € ein Elektroauto und die Batterie zu dem Marktpreis im Sommer 2019 (gerade mit 4000,00 € angesetzt, Tendenz sinkend)?

Ja, Sono Motor schafft mit seinem “Sono Sion”, der am Dach und den Seiten Solarzellen trägt, das zu realisieren. Angepeilt waren 5000 Vorbestellungen, aktuell liegen diese mit 6138 (09.07.2018) knapp ein Viertel drüber.

Das Ziel von Laurin Hahn, Jona Christians und Navina Pernsteiner ist nicht nur der Ausbau der Elektromobilität, sondern auch die Förderung der Shareconomy. Mit der Sono App lassen sich Mitfahrgelegenheiten organisieren und andere Sion-Fahrer ausfindig machen, die Strom über ihr Fahrzeug zum Laden anbieten.

 

Voltstorage

Die Vanadium-Redox-Flow Technologie zur Speicherung von Solarstrom ist bisher nur in der Industrie angewendet worden. VoltStorage automatisiert als weltweit erstes Unternehmen den patentierten Fertigungsprozess. Die Gründer Jakob Bitner (CEO), Michael Peither (CTO) und Felix Kiefl (CPO) schaffen einen langlebigen, sicheren und (Vanadium ist zu 100% recyclebar) nachhaltigen Solarspeicher für Privathaushalte.

Durch die kostengünstige Produktion und der langen Lebensdauer (über 10.000 Zyklen ohne Kapazitätsverlust) soll der “Voltstorage SMART” Speicherkosten von 0,10 € / KWh haben. Das zahlt sich laut den Gründern dann nach 15 Jahren mit einem Gewinn von 1000,00 € bis 9000,00 € pro Jahr aus.

Vorbestellungen sind leider aktuell nicht möglich, der Festpreis soll bei 6.999,00 € liegen. Bleibt abzuwarten, wann wir das Produkt dieses Digital Climate Champion zu Auge bekommen.

 

siqens

Volker Harbuschs und Lars Behrends Methanolbrennstoffzelle soll dank neuer Systemtechnik die nachhaltige Lösung für die Off-Grid-Energieversorgung sein. Der “Ecoport 8000” ihres Cleantech-Startups siqens unterstützt dann mit seinen 800 W auch netzferne Anwendungen.

Zuletzt erhielt der Digital Climate Champion 2016 eine B-Finanzierung in Höhe von 3,0 Mio. €. Die Vision ist die Ablösung des Dieselgenerators, für die sie sich auch tatkräftig auf Cleantech Konferenzen einsetzen:

 

Govecs Group

Das von Thomas Grübler 2009 gegründete Cleantech-Startup stellt vernetzte Elektro-Roller für Sharing- und Lieferdienste her. Aktuell agiert es noch im B2B-Markt, wobei das B2C-Geschäft zukünftig eine große Rolle spielen wird. Die Strategie von Thomas Grübler: Marketing durch Sharing. In dem Artikel von Gründerszene erzählt er, “dass er so viele Messe-Veranstaltungen … gar nicht besuchen [kann], um so viele Leute auf den Roller zu bringen, wie es bei einem Sharing-Projekt geschieht.” Denn aktuell ist der Digital Climate Champion zu 100% durch einen Privatinvestor finanziert und kann damit agile Strukturen bewahren, ohne auf Marketing setzen zu müssen.

Govecs bietet aktuell zwei Roller an: das kultige E-Moped “Schwalbe” und der smarte E-Roller “GO! S”. Die nächste Generation ist auch schon auf dem Weg. “Elly” soll der erste Roller sein, der ganzheitlich vernetzt ist. Mit einer App lässt sich der Roller starten, schließen und der Ladestatus checken. Das wird durch eine eingebaute SIM-Karte gewährleistet, über die dann auch die Prüfung des Fahrzeugzustands möglich ist.

 

Electrochaea

Mikroorganismen, die methanogenen Archaeen, sind die Hauptdarsteller dieses Digital Climate Champion. Nach der Spaltung von Wasser bauen die Archaeen durch Zugabe von Kohlendioxid den Wasserstoff in ein speicher- & transportfähiges Biomethan um, das Netzqualität hat. Dieses kann direkt vor Ort verbraucht oder in das Erdgasnetz eingespeist werden.

Die Standardisierung der Produktreihe mit den effizientesten Stämmen an Archaeen sorgt für die Wirtschaftlichkeit. Aktuell probt Electrochaea erfolgreich mit einer ersten, industriellen Pilotanlage in Dänemark. Bis 2025 sollen dann Anlagen mit über einem Gigawatt Leistung möglich sein.

 

3megawatt

Ein SaaS-Anbieter für Asset-Management als Digital Climate Champion? Ja, 3megawatt bietet mit seiner Software “Bluepoint” eine Lösung zur Verwaltung von Vermögenswerten der erneuerbaren Energien.

Gründerin und CEO Edmee Kelsey wurde von Lightsource Renewable Energy 2012 beauftragt, eine schlanke Lösung für ihr Asset-Management zu finden. Daraus entstand die Software, mit der sie heute von unabhängigen Energieversorgern bis hin zu Investoren betreuen.

 

Twaice

Michael Baumann und Stephan Rohr gründeten 2018 mit der Mission, digitale Zwillinge für Batteriespeicher zu bauen. Diese sollen eine nachhaltige und zuverlässige Mobilität gewährleisten können.

Gefördert wird Twaice vom unternehmertum, der TUM, Climate KIC und xpreneurs.

 

Acrai

Deep Learning, Computer Vision und Robotics kombiniert auf dem Zuckerrübenfeld. Acrai baut an einem automatisierten Roboter, der Unkraut ohne den Einsatz von Chemikalien vernichtet. Dabei sind die Zuckerrübenfelder nur der Anfang und die Herbizidindustrie muss aufpassen, was die drei Gründer Andreas Plieninger, Moritz Mangold und Laurenz Altenmüller vorhaben.

Der Pitch beim Climate Launchpad gibt Euch mehr Infos zu diesem potentiellen Digital Climate Champion:

 

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Bis dahin viel Erfolg bei Eurer Nachhaltigkeit. #wegrowstartups