Eine Kooperation zwischen Startups und etablierten Unternehmen bietet beiden einige Vorteile. Auf der anderen Seite, sind mit einer Kooperation auch immer Risiken für beide Kooperationspartner verbunden.

 

Das World Economic Forum hat die unterschiedlichen Kooperationsformen nicht nur hinsichtlich ihrer Vorteile untersucht, sondern auch gezielt die möglichen Probleme und Risiken einer Partnerschaft zwischen diesen beiden Unternehmensformen ausgewertet. Die Probleme, die während einer Kooperation auftauchen, können dabei schnell zu Risiken werden. Zudem gibt es jedoch auch Problemstellen, die auch ohne Zwischenfälle innerhalb der Kooperation, sich schnell zu einem gefährlichen Risiko entwickeln können.

Die meisten werden bei den Risiken einer Kooperation gleich an das finanzielle Risiko denken. Und ja, das finanzielle Risiko ist bei einer Zusammenarbeit zwischen Start-ups und etablierten Unternehmen durchaus hoch. Aber oftmals sind es eben nicht direkt finanzielle Aspekte, die ein Risiko darstellen, sondern vielmehr die sog. weichen Faktoren innerhalb der Kooperation. Vor allem die Marke, die Mitarbeiter und die Unternehmenskultur sind hier oft vielmehr Risiko behaftet als beispielsweise die direkte Investition in neue Entwicklungen. Aber auch diese soften Faktoren haben natürlich indirekte finanzielle Nachwirkungen.

Für ein etabliertes Unternehmen ist wohl die Gefährdung des Markenversprechens, das wohl größte Risiko, welches sie mit einer Kooperation mit einem Startup eingehen. Andere Risiken wie der ungewisse Ausgang oder der Verlust der Investitionen werden meist direkt in die Vorkalkulation miteinbezogen, bevor eine Kooperation überhaupt zustande kommt. Andre Faktoren wie eine gute Mitarbeit der Angestellten oder eine reibungslose Integration der Innovationen aus der Kooperation sind dabei schwerer zu kalkulieren. Alle Faktoren können aber immer auch zu finanziellen Verlusten führen. Nachfolgend haben wir hier alle Risikofaktoren für etablierte Unternehmen einzeln aufgegliedert:

 

× Reputationsverlust: Sobald Kunden- bzw. Unternehmensdaten involviert werden, kann ein Scheitern der Kooperation auch die Marke bzw. das Ansehen gefährden.

× Verlust der Investitionen: Viele Startups scheitern, wodurch das Investitionsrisiko höher ist verglichen mit anderen Investitionsmöglichkeiten.

× Keine Mitarbeit der Angestellten: Die Angestellten könnten sich durch die Startup Kultur bedroht fühlen und die Kooperation intern behindern oder sogar scheitern lassen

× Unsicheres Ergebnis: Wenn ein Projekt unfertige Produkte oder die Zusammenarbeit mit unerfahrenen Unternehmern einschließt, sind die Resultate der Kooperation schwer vorauszusehen und es besteht die Möglichkeit, kein oder ein unzureichendes Ergebnis zu bekommen.

× Unausgereifte Prozesse: Ist ein Unternehmen nicht bereit für die Innovationen in einer Kooperation, wird es schwierig diese am Ende in die eignen Prozesse zu integrieren und die Kooperation ist am Ende Ergebnislos

 

Nun meinen vielleicht manche, Startups stehen hier wesentlich besser da und steigen mit viel geringerem Risiko in eine Kooperation als eben ein etabliertes Unternehmen. Einerseits ja, gemessen an dem was sie zu gewinnen bzw. zu verlieren haben. Andererseits nein. Denn ein Startup mag vielleicht Starthilfe durch die Kooperation brauchen, ansonsten jedoch ist es genauso ein Unternehmen wie sein Kooperationspartner, das eigenständig seinen Kurs erfolgreich vorantreiben und sein Unternehmen keinem unnötigen Risiko preisgeben möchte.

Die unnötigen Risiken für ein Startup sind hier genauso in finanzielle wie weiche Aspekte unterteilt. So braucht ein Startup natürlich eine verlässliche Finanzierung und vermeidet hier Risiko, da sonst das Startup schnell Geschichte sein kann. Andere Risiken sind zum Beispiel, wenn sich ein Startup aufgrund der Kooperation seine Entwicklungen nur auf einen Kunden ausrichtet und nicht universal denkt.

Auch ein zu schnelles Wachstum und unnötige Verzögerungen des Projekts durch unkoordinierte Zusammenarbeit können schnell ins Geld gehen. Auch der Verlust der Startup-Kultur und in Verbindung damit die Gefahr den Innovationsfaktor und die Attraktivität für die Angestellten zu verlieren, kann schnell zum Risiko werden. Die Kooperation kann damit nicht nur die Unternehmenskultur, sondern auch das Unternehmen selbst zerstören. Im Folgenden haben wir deshalb auch hier nochmal alle Risiken für Startups für einen besseren Überblick dargestellt:

 

× Finanzierungsbedarf: Ein Startup muss in einer begrenzten Zeit einen Kunden bzw. eine Finanzierungsmöglichkeit finden, um mit ihrem Geschäft fortfahren zu können

× Fokus auf einen einzigen Kunden: Eine Lösung für einen spezifischen Kunden zu entwickeln, vergisst man dabei schnell den generellen Markt. Dies behindert langfristig das Wachstum des Startups und steigert die Abhängigkeit.

× Verzögerte Projekte: Je mehr Abteilungen des etablierten Unternehmens beteiligt sind desto häufiger können sich die Anforderungen ändern, was wiederum zu Verzögerungen führen kann. Dies ist vor allem aus finanzieller Sicht schwierig.

× Verschwendung von Ressourcen: Wenn ein älteres Unternehmen ein Startup mehr als „freie“ Innovationsberatung, nimmt das viele Ressourcen in Anspruch, die für die eigene Entwicklung wichtig sein könnten.

× Zu frühes Wachstum: Nach einem erfolgreichen Start oder erstem Auftrag ist der Markt vielleicht trotzdem noch nicht bereit für das Produkt, und ein zu frühes Wachstum verläuft dann ins Leere.

× Startup-Kultur verlieren: Durch eine zu nahe Beziehung zu einem älteren Unternehmen, macht man sich sehr abhängig von den Entscheidungen des Partners, aber kann auch die eigene Agilität und zugleich die Attraktivität für kreative Köpfe verlieren.

 

Abschließend kann man feststellen: Eine Kooperation bringt viele Vorteile mit sich, wenn man bereits im Vorfeld die Risiken für sich klärt, einkalkuliert und sogar vermeiden kann. Dazu bedarf es aber dem Einsatz beider Kooperationspartner. Auch sollte man im Blick haben, dass meistens ein Problem sich zum Risiko für das eigene Unternehmen nicht über Nacht entwickelt. Häufig entwickelt sich eine Problemstelle ganz langsam aus unterschätzten Herausforderungen. Ignoriert man diese bewusst, setzt man sich wissentlich dem Risiko aus, gefährdet aber gleichzeitig auch das Unternehmen des Kooperationspartners.

Aus dem letzten Artikel über Kooperationen zwischen Startups und etablierten Unternehmen wird aber auch deutlich: Es sind oft die kleinen Herausforderungen wie eine gute Kommunikation zu gewährleisten, die am Ende über den Erfolg oder das Scheitern der Kooperation entscheiden. Das heißt auch, dass man Risiken für das eigene Unternehmen auch durch dieses simple, aber wichtige Element frühzeitig abwehren kann. Die richtige Kommunikation ist damit der wichtigste Faktor, auf den man achten sollte.

Wir von Talent Tree haben durch unsere Erfahrung in der Executive Search und dem Kontakt zu jungen wie etablierten Unternehmen gelernt, was Kommunikation auch für unsere Suche nach Top-Kandidaten bedeutet. Mit unserer „72 Stunden Regelung“ schaffen wir nicht nur einen transparenten und schnellen Austausch zwischen Kandidat und Kunde, sondern verhindern auch gleichzeitig Reibungsverluste oder den Absprung von hochqualifizierten Kandidaten. Klarheit und Schnelligkeit sind auch für uns die Erfolgsfaktoren für eine gute Zusammenarbeit.

Weitere Artikel aus dieser Reihe Kooperation zwischen Startups und etablierten Unternehmen findet ihr unter unserer Kategorie Best Practices.