Warum Startups und Konzerne sich wechselseitig brauchen, um Klimainnovationen für den Massenmarkt zugänglich zu machen

Egal wohin man blickt, Nachhaltigkeit ist ein großes Thema, das hat auch die Digital Economy längst verstanden. Denn ein Viertel aller Gründungen in Deutschland leistet inzwischen Beiträge zum Klima- und Umweltschutz, das berichtet das Borderstep Institut für Innovation und Nachhaltigkeit in seinem Green Startup Monitor 2018.

Viele Startups sehen ökologische Herausforderungen als unternehmerische Chance und begegnen ihnen mit neuen, kreativen Ansätzen und teils sogar mit bahnbrechender Grundlageninnovation. Darum spielen gerade in Sachen Innovation für die Energiewende Startups in Deutschland eine unverzichtbare Rolle, das betont das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) im aktuellen 7. Energieforschungsprogramm.

Doch der Weg von der Vision zum Massenmarkt ist nicht ohne Hindernisse. Zum Beispiel haben Digital Climate Champions oft extrem hohe Kosten im Bereich der Forschung und Entwicklung, denn die stetige Optimierung der komplexen Technologien benötigt nicht nur physische Ressourcen, sondern auch viel Zeit und Geduld. Bestes Beispiel: Die Disruption und die neue Luftfahrtklasse VTOL, die durch Firmen wie Volocopter oder Lilium erst definiert wird. Zum andern müssen sich grüne Startups in der jeweiligen Branche erstmal behaupten und den Zugang zu den Märkten und Zulieferern erschließen. Eine strategische Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen kann einem CleanTech Startup da den nötigen Entwicklungsschub geben.

Das bestätigt auch Christian Deilmann, Co-Founder & Managing Director von tado°. Das Münchener Startup gehört zu den deutschen Top-Unternehmen im Internet der Dinge. Das Smart-Home-Startup hat bislang rund 100 Millionen US-Dollar an Kapital eingenommen. Und trotzdem schätzt Deilmann die Zusammenarbeit mit etablierten Unternehmen.

„Vor allem die Marktdynamiken, die sich über viele Jahrzehnte entwickelt haben, können etablierte Player besser einschätzen. Von dieser Erfahrung können wir viel lernen.“ Christian Deilmann Co-Founder & Managing Director von tado°, im Interview mit Founders Foundation

Aber auch die Branchenriesen profitieren von der Zusammenarbeit mit GreenTech Startups. Startups sind von Natur aus schnell, flexibel und agil. Sie haben meist eine ausgeprägte Fehlerkultur und, ganz wichtig, Startups setzten von Beginn an auf digitale Prozesse. Immer mehr Großkonzerne und auch mittelständische Unternehmen arbeiten darum mit Startups zusammen, um mit dem Tempo und der Radikalität von Innovationen und Digitalisierung Schritt halten zu können. Indem Unternehmen mit Startups kooperieren, lernen sie deren Dynamik und Methodik. Darüber hinaus sind Startups in der Gründerszene gut vernetzt und kennen zukunftsweisende Trends.

Fazit: Gerade weil Startups und Konzerne so unterschiedlich operieren, können sie voneinander profitieren. Die Vorstellung von „David gegen Goliath“, „Neu gegen Alt“ ist nicht praktikabel und auch fernab dem, wie Innovation funktioniert. Fest steht, das Zusammenspiel von Startups und Corporates und Mittelstand ist für die Zukunft der deutschen Wirtschaft essenziell.