CleanTech und ClimateTech – beide Begrifflichkeiten haben sich in den letzten Jahren gewandelt und weiterentwickelt. Im Bereich ClimateTech entstehen viele neue Berufe und Top-Talente zieht es in diese Unternehmen. Wir blicken zurück auf 18 Jahre Entwicklungsgeschichte und wagen einen Blick in die Zukunft.

Cleantech kam zwischen 2003 und 2015 auf. Steigende Energiepreise und hohe Treibhausgas-Emissionen ließen Investitionen in neue Technologien für saubere Energien und Energieeffizienz sprunghaft steigen. Dabei umfasst der Begriff CleanTech eher hardware- und maschinenlastige Technologien, Produkte und Prozesse mit hohen Vorlaufkosten. Viele Investitionen in Cleantech legten damals den Grundstein für die starke Kostendegression von erneuerbaren Energien, die wir heute im Mainstream nutzen. ClimateTech basiert auf schneller skalierbaren Geschäftsmodellen und beschleunigt dadurch die Entwicklung von nachhaltigen Klimaschutztechnologien. 

Denn um den CO2-Ausstoß in der Atmosphäre in den nächsten Jahren substantiell zu reduzieren (“Let’s flatten this curve, too”), kommen wir nicht drum herum mit Hilfe von technischen Sprunginnovationen (Disruption) neu zu denken und auszuprobieren, andernfalls erreichen wir planetarische Grenzen und umkehrbare Tipping Points, die jegliches Leben auf dem Planeten gefährdet. ClimateTech steht auch in Abgrenzung zum früher verwendeten Begriff Greentech und zielt auf eine vollständige Entkarbonisierung ab (“net zero”).

Darüber hinaus wird ClimateTech im privaten Umfeld immer präsenter und greifbarer. Mehr und mehr Menschen möchten den Klimawandel aufhalten und legen Wert auf klimaneutrale Produkte und Lieferketten. Weltweit zunehmende, durch den Menschen gemachten Klimawandel begünstigte Naturkatastrophen verstärken den Wunsch nach einer enkeltauglichen Zukunft. Dies schließt insbesondere auch Top-Talente ein, die es in ClimateTech-Unternehmen zieht. Sie streben nach einem ganzheitlichen und nachhaltigen Lifestyle und legen Wert auf Firmen mit einem starken purpose. Die Sinnfrage wird durch Top Talente oft viel umfassender und tiefgreifender gestellt, damit werden sich Arbeitgeber pro-aktiv auseinander setzen (müssen).

Big-Tech, wie Google oder Microsoft aber auch deutsche Automobilhersteller wie VW loben zumindest medial eigene anspruchsvolle klimaneutrale Ziele aus. Nicht zuletzt, weil die Politik hier stärker reguliert: Unternehmen müssen messbar ihre Treibhausgas-Emissionen senken. Der “European Green Deal” der EU schreibt allen Mitgliedstaaten vor bis 2045 keine Netto-THG-Emissionen mehr aus zustoßen.

ClimateTech wird in den Mainstream kommen, je früher, desto besser! Daher sind alle denkbaren Anstrengungen erforderlich und auch zielgerichtete Investitionen und der Einsatz von den schlausten Führungspersönlichkeiten und Talenten notwendig, um die Chance aufrecht erhalten, einen lebensfähigen Planeten auch noch in 100 Jahren zu bewohnen.