Die Corona-Krise hat die Welt in einen Ausnahmezustand versetzt. Unternehmen und Kandidaten spüren das ebenfalls. Für viele wurde der Pausen-Knopf gedrückt und sie sind unsicher, wie es weitergeht. Dieses Manifest soll aufzeigen, dass Corona für uns alle eine Chance sein kann, wenn wir sie gemeinsam richtig nutzen.

Wir wirken, indem wir frühzeitig erkennen

Unsere Kunden sind oft digitale Vorreiter ihrer Branche. Bereits vor der Corona-Krise waren sie es gewohnt remote zu arbeiten und Hiring-Gespräche via Video waren nichts Ungewöhnliches. Als Spezialist für digitale Talente und auch digitale Einstellungsprozesse arbeiten wir bereits seit einigen Jahren routiniert in der Cloud. Persönliche Termine werden während der Corona-Krise fast ausschließlich durch Video-Interviews und Online-Assessments durchgeführt. Dies kommt auch der Umwelt zugute, denn durch die Vermeidung von Offline-Terminen wird der CO2-Ausstoß reduziert. Bei uns läuft unser hohes Service-Level uneingeschränkt weiter. 

Unsere Erkenntnisse erhöhen die eigene Zukunftskompetenz und die unserer Kunden, Kandidaten und Entscheider in unserem Ökosystem.

Aktuell ist es so, als hätte jemand den Pause Button gedrückt. Selbstbewusste Kandidaten, die in der Krise für sich eine spannende individuelle Weiterentwicklungsmöglichkeit erkennen, haben oft mehr Zeit und Ruhe Gespräche zu führen. Auf der anderen Seite sind Hiring-Budgets teilweise eingefroren oder pausiert. Allerdings werden digitale Schwergewichte und Disruptoren mit Durchhaltevermögen und starkem Glauben an Ihren Business Case gerade jetzt das Recruiting nach digitalen Experten antizyklisch nach oben fahren. Ein antizyklisches Investment in Top Talente ermöglicht es nach der Krise voll einsatzbereit zu sein, denn das Finden, Einstellen und die Einarbeitung von Top Kandidaten dauert bis zu neun Monaten und mehr. Die klugen Unternehmenslenker denken bereits jetzt an die Zeit nach der Krise.  

Diesen Punkt hat Felix Eyser in seinem Artikel aufgegriffen, in dem er beschreibt, warum es besser ist in 2020 eine Firma zu starten als in 2019. In diesem Jahr startet man auf einem unbeschrieben Blatt. Startups können sich jetzt voll und ganz auf ihre exzellenten Services oder Produkte fokussieren. Dieses Jahr ist der Wettbewerb um Talente schwach und das kann noch etwas andauern.

Was sind die Zutaten für den Erfolg bei einer Gründung 2020? Generell gilt immer: eine herausragende Idee, ein hervorragendes Team, eine ausreichende Finanzierung und einen Weg, um an Kunden zu kommen. In 2020 sind die wahren “Painkiller”- Ideen gefragt – die, die tiefergehende und akute Probleme lösen. Denn aus Problemen entstehen auch immer Chancen. Das zeigte sich bereits in der letzten Finanzkrise, aus der zum Beispiel Airbnb und Uber sehr erfolgreich hinausgingen. Sie lösten Probleme zur richtigen Zeit und stifteten einen echten Kundennutzen. 

Außerdem besteht jetzt die Möglichkeit an digitale Talente heranzukommen. Die Pandemie führt dazu, dass Unternehmen hoch qualifizierte Mitarbeiter entlassen müssen. Einige von ihnen gründen vielleicht selbst und die anderen sind bereit für eine Anstellung im Startup. Geld für Investitionen ist weiterhin vorhanden, es verschiebt sich nur in Richtung der außergewöhnlichen Gründer. Weniger finanzielle Mittel für Gründungen bedeutet in diesem Fall, dass die Qualität seitens entwickelter Produkte oder Dienstleistungen ansteigt. Startups sollten sich die Kürzungen des Kapitals zu ihrem Vorteil machen. Je schlanker sie aufgestellt sind, desto besser funktionieren sie. 

Wie kommen Startups an Kunden in 2020? Felix Eyser sieht es folgendermaßen: Als Gründer musst du es im ersten Jahr schaffen, dass 100 Personen dein Produkt wirklich lieben, statt 10.000 halbherzige Fans zu finden. Wenn das Startup einen hervorragenden Job macht und etwas wertvolles kreiert, dann wirst du diese 100 Menschen finden, unabhängig ob wir in einem Krisenjahr sind oder nicht. In dieser ersten Phase des Startups spielt die makroökonomische Umwelt noch keine große Rolle. Außerdem sind jetzt die Kosten für Werbung niedrig. Wenn das Startup es schafft etwas zu finden, dass viele Menschen wirklich benötigen, dann ist jetzt die richtige Zeit dafür. 

Wir erkennen, benennen und beschreiben die Zukunft

Matthias Horx, der Zukunftsforscher hat in seinem Interview mit Horizont dokumentiert, wie ein mögliches Szenario nach Corona in der Zukunft aussieht. Für ihn ist die Corona-Zeit eine Tiefenkrise, also ein historischer Moment, in denen die Zukunft die Richtung ändert. Bei der sogenannten Re-Gnose blickt er von der Zukunft aus in Heute zurück. Und was er prognostiziert, macht Hoffnung: Die Krise erzeugte eine neue Nähe im Privatleben. Im Berufsleben werden früher unverzichtbare Reisen mit dem Flugzeug in Frage gestellt, denn wir stellen fest, dass Videokonferenzen vieles ersetzbar machen. 

Lasst uns also die Krise als Wake-Up-Call betrachten. Die Welt und wir werden es überleben. Die Natur kann sich erholen. Und wenn die Krise vorbei ist, wird die Welt ein anderer Ort sein, wie wir denken, lieben, konsumieren und Geschäfte machen.

Wir denken ganzheitlich und systemisch

Julian ist sich sicher: In einigen Monaten werden Führungskräfte nicht daran gemessen, wie gut sie sich in der Zeit, in der alles super war, geschlagen haben, sondern an ihrem Handeln in der Krise. An dem Einsatz und der Führungsstärke, diese Phase mit Augenmaß, dem richtigen Tool- und Mindset sowie dem richtigen Einfühlungsvermögen zu meistern. Jetzt liegt es in der Verantwortung jedes Business Owners und Führungsverantwortlichen ihre Top Talente zu halten und die Organisation resilient für die Zukunft zu bauen. Wenn wir jetzt zum Beispiel Weiterbildungsmaßnahmen in die besten Mitarbeiter durch E-Learning Angebote verstärken, dann erfahren sie während der Krise Wertschätzung und Anerkennung vom Unternehmen. Dies schlägt sich in positiven Bewertungen wieder und ist ein echtes Schulterklopfen für das (Leadership-)Team. 

Unsere Arbeit öffnet neue Räume im Denken

Experten für digitale Vertriebskanäle, Cloud Engineers, Software Entwickler und IT-Experten sind gefragter denn je. Unternehmen, die fortschrittlich in die Zukunft denken, werden die Extra-Meile gehen und ihre Data-Engineer- und KI-Teams massiv aufstocken. Für die Mittelständler, die aufholen wollen, liegt die Chance darin, jetzt zu investieren und in einigen Jahren, wenn die Corona-Krise hoffentlich überstanden ist, Marktsegmente für sich zu gewinnen.

Die Nach-Corona-Welt wird eine andere sein. Corona wirkt als Digitalisierungs Beschleuniger. Dafür werden Experten am Markt benötigt. Darüber hinaus kann verstärktes Home-Office eine Chance sein die bessere Vereinbarkeit mit der Familie herzustellen. Dies kann ein großer Push für Frauen in mehr Führungspositionen sein. Das sogenannte “Work-Life-Blending” beschreibt, dass Arbeit und Privatleben mehr ineinander übergehen. In diesem Zusammenhang ist auch eine stärkere Flexibilisierung der Arbeitszeiten möglich. Manche sind eher nachts produktiv, manche eher frühmorgens. Die Krise befeuert die zunehmende Flexibilisierung und könnte die Arbeitskultur grundsätzlich verändern. Frauen, die als Mutter mit Kindern jetzt Home Schooling erprobt sind und gleichzeitig einen herausfordernden Job im Home Office nachgehen sind im Zweifel die besten ManagerInnen, da sie unter Extrem-Bedingungen Stress erprobt sind.

Fazit – 5 Hypothesen von Julian

Unser Gründer Julian geht nach einigen Gesprächen mit Startup-CEOs und Entscheidern in unserem Ökosystem von folgenden Hypothesen aus: Grownups (30 bis 200 Mitarbeiter) haben höhere Überlebenschancen: VCs versuchen im Bestands-Startup-Portfolio ihre besten Ventures zu pushen und stehen mit Folge-Finanzierungen zur Seite, schwächere Ventures bekommen keine Folge-Finanzierung. Junge Startups, also seed stage sind oder die noch kein Funding haben werden es in den nächsten 12 Monaten schwer haben eine Finanzierung zu erhalten. 

München wird im Vergleich zu anderen Standorten als Startup Standort relativ gestärkt aus der Krise hervorgehen. Die Stadt war bereits vorher ein B2B-Startup-Markt, ist hoch technisiert und hat die besten Tech-Talente und Universitäten in Deutschland. Gleichzeitig wird die Standortfrage tendenziell unwichtiger, da wir mit einem starken Wachstum von Vertrauens-Arbeitgeber, also Arbeitgebern mit flexiblen Arbeitszeiten und flexiblen Arbeitsorten rechnen. Es gilt immer mehr die Lösung: “Hauptsache die Team-Stimmung ist gut und das Ergebnis stimmt”

Tech-Rollen sind kurz- und langfristig krisenresistenter, denn im Kontext der Digitalisierung gewinnen Softwarelösungen an Bedeutung und es wird fundamental mit einem größeren Wachstumsschub als vor der Krise gerechnet. Hier hat Talent Tree im Vergleich zu vielen anderen Personalberatungen, die sich auf klassische C-Level Mandate oder auf non-Tech-Rollen fokussieren, ganz klar einen Kompetenzvorsprung. 

Der deutsche Mittelstand hat in einer Dekade des Booms große Rücklagen gebildet und wird deshalb innerhalb der nächsten zwei bis drei Jahre beispiellos und sehr umfassend in digitale Technologien investieren müssen, um überlebensfähig zu bleiben. Die Themen Digitalisierung und Klimawandel sind und bleiben die wichtigsten Transformation Felder der Zukunft. Corona hat bzw. wird diese Trends beschleunigen. Mit Talent Tree besetzen wir seit jeher die Schnittmenge aus beiden Feldern.